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Renata Fuchs Foto: Krista Susman

>> Kondolenzbuch / Memorial Page

Wir trauern um Renata Fuchs

Tief betroffen wollen wir darüber informieren, dass Renata Fuchs MAS nach kurzer, schwerer Krankheit am 11. August 2021 im 65. Lebensjahr verstorben ist. Wir sind in tiefer Trauer um eine für uns persönlich, wie auch für unseren Verein sehr bedeutsame Person. Wir verlieren mit Renata Fuchs nicht nur eine inhaltlich prägende und hochgeachtete Kollegin, deren fachliche Beiträge unser Verständnis des Personzentrierten Ansatzes seit vielen Jahren inspirieren und mitbestimmen, sondern auch eine tatkräftige Kollegin und Mitstreiterin innerhalb des Vereinslebens und in berufspolitisch relevanten Zusammenhängen.

In einer ihrer Publikationen findet sich die Formulierung, dass jedwede psychosoziale Arbeit im Bewusstsein erfolgen sollte, dass sie in spezifischen gesellschaftlichen und politischen Bedingungen stattfindet, die maßgeblich die jeweiligen Probleme mitverursachen und dass diese Bedingungen „nicht über Individualisierung verbessert oder verändert werden können.“ Was wir allerdings können, ist „der bzw. dem Einzelnen Unterstützung bieten, die vorgefundenen Bedingungen als solche zu verstehen und einen eigenen Weg darin zu finden.“ Diese personzentrierte Überzeugung und damit zutiefst emanzipatorisch orientierte Grundidee haben wir in Renatas großem und vielfältigem Engagement immer wieder erlebt und uns daran ein Beispiel genommen.

Nach Schule und Universität war sie in verschiedenen feministisch geprägten Bildungs- und Kulturprojekten maßgeblich tätig, gründete 1996 ein „Zentrum für Essstörungen“, war bis zuletzt seit 1998 Geschäftsführerin einer sehr erfolgreichen Beratungseinrichtung mit mehreren Standorten in Niederösterreich und begann nach ihrer Berufung 2003 mit ihrer Tätigkeit als Ausbilderin im Rahmen unseres Instituts.

Sie begleitete immer wieder federführend wesentliche Entwicklungsschritte des Vereins sowohl als Mitglied als auch als Ausbilderin. Ihr besonderes Interesse galt dabei Themenbereichen wie Psyche und Arbeit, gendersensiblen Aspekten und gesellschaftlichen Einengungen, Sexualität, Identität und verschiedenen therapeutisch relevanten Diagnosen. Als Praktikerin war sie beeindruckend einsatzbereit und erfolgreich, ausgezeichnet durch ihre Unbestechlichkeit, Präzision sowie tiefe, persönliche Zugewandtheit in ihrer Arbeit. Als Theoretikerin hat sie es verstanden den Personzentrierten Ansatz in den genannten Themen weiterzuentwickeln, zu vermitteln, zu lehren und immer wieder auch kritisch mit klarem analytischen Blick zu hinterfragen.

Sie hat sich für die weitere Entfaltung des Personzentrierten Ansatzes nicht nur in Österreich sondern auch international verdient gemacht, indem sie gemeinsam mit Anderen die Verankerung unserer Therapieausbildung an zwei Universitäten mitgetragen und mitentwickelt, die Konzeption des Weltkongresses 2018 entscheidend unterstützt hat und zuletzt als Mitherausgeberin mehrerer Ausgaben eines der wichtigsten internationalen personzentrierten Fachjournale viele Kolleg*innen aus verschiedenen Weltgegenden ermutigen konnte zur Weiterentwicklung des Themas „Encounter“ schriftlich theoretische und praktische Überlegungen darzulegen.

Wir werden Renata Fuchs sehr vermissen, als beeindruckende Frau, deren Lebenslauf und Wirken uns eine bedeutsame Inspiration bleiben wird, und wir trauern sehr um unsere liebe Kollegin, Mentorin, Wegbegleiterin und Freundin.

Unser Mitgefühl gilt allen, die ihr persönlich und familiär nahestanden.

Ausbilder*innen und Vorstandsmitglieder des APG • IPS


We mourn the death of Renata Fuchs

Deeply saddened, we would like to inform that Renata Fuchs MAS passed away after a short, serious illness on August 11, 2021 at the age of 65. We are in deep mourning for a very important person, for us personally as well as for our association. With Renata Fuchs, we not only lose a highly respected colleague, whose professional contributions have inspired and influenced our understanding of the Person Centered Approach for many years, but also an energetic colleague and fellow within the life of the association and in professional-political contexts.

One of her publications states that all psychosocial work should be done in the awareness that it takes place in specific societal and political conditions that significantly contribute to the respective problems and that these conditions "cannot be improved or changed through individualization." What we can do, however, is to "offer support to the individual person to understand the existing conditions as such and to find one’s own way within them." We have experienced this person centered conviction and thus deeply emancipatory basic idea again and again in Renata's great and diverse commitment and have taken it as an example.

After school and university, she was significantly active in various feminist-dominated educational and cultural projects, founded a "Center for Eating Disorders" in 1996, she was the managing director of a very successful counseling center with several locations in Lower Austria until the end, and was active as a trainer at our institute since 2003.

She has repeatedly played a leading role in the association's development, both as a member and as a trainer. She was particularly interested in topics such as psyche and work, gender-sensitive aspects and social constrictions, sexuality, identity and various therapeutically relevant diagnoses. As a practitioner, she was impressively committed and successful, distinguished by her incorruptibility, precision, as well as deep, personal attentiveness in her work. As a theorist, she understood how to further develop the Person Centered Approach in the aforementioned topics, how to convey and teach it, and how to critically question it again and again with a clear analytical view.

She has rendered outstanding services to the further development of the Person Centered Approach not only in Austria but also internationally by supporting and co-developing the establishment of our therapy training at two universities, by decisively supporting the conception of the World Conference 2018, and most recently, as co-editor of several issues of one of the most important international person centered journals, by encouraging many colleagues from different parts of the world to present written theoretical and practical reflections on the further development of the topic of "encounter".

We will greatly miss Renata Fuchs, as an impressive woman whose life and work will remain a significant inspiration to us, and we mourn the loss of our dear colleague, mentor, companion and friend.

Our sympathies go out to all those who were close to her personally and familiarly.

Trainers and Board Members of APG • IPS


 

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